„Ohne Versicherungen wüssten wir nichts von den Gefahren, in denen wir leben müssten.“ – Bernhard Hermant/Unsplash

Das Leben ist gefährlich.
Unser subjektiver Eindruck wird durch Schreckensmeldungen in den Medien verstärkt und objektiviert. Dabei streben wir, wie wir zumindest seit Maslow wissen, nach Sicherheit als erstem Ziel nach den physiologischen Bedürfnissen.

Gerade in unsteten Zeiten wird uns bewusst, wie verletzlich unser gutes Leben ist. Klimakatastrophe, Terroranschläge, disruptive Technologien, die unseren Arbeitsplatz überflüssig machen, technisches Versagen von Produkten, unsichere Lebensmittel etc. Die Liste lässt sich hier endlos fortsetzen und zeigt, welche Bedrohungspotenziale uns umgeben. Ob man wirklich selbst, direkt, unmittelbar und effektiv bedroht ist oder wir nur den Eindruck haben, dass die Wahrscheinlichkeit einer Bedrohung zunimmt, ist dabei vordergründig irrelevant. Genauso irrelevant ist es, ob wir dieses unsichere Gefühl als private Person oder als Unternehmer haben. Wir fühlen uns jedenfalls schlecht, und das ist ein Zustand, den
wir nicht wollen, weswegen wir für Auswege offen sind.

Mehrere Lösungsmöglichkeiten sind denkbar: Auf der einen Seite könnten wir versuchen, die Ursachen der Bedrohung zu vermeiden oder die Ursachen bekämpfen. Hier gelangen wir jedoch rasch zu einem Punkt, an dem unserer Handlungsfähigkeit Grenzen gesetzt sind. Wir können regionalen extremen Wetterereignissen weder aus dem Wege gehen, noch deren Eintritt verhindern. Möglicherweise wählen wir Parteien, die durch diverse Maßnahmen Gefahreintritte zukünftig reduzieren, möglicherweise kann der eine oder andere seinen Lebensmittelpunkt woandershin verlagern, wo er sich weniger bedroht fühlt. Für die große Masse ist dies
keine Handlungsalternative.

Auf der anderen Seite können wir die Bedrohungsszenarien analysieren und deren finanzielle Auswirkung reduzieren und dadurch im Falle einer Risikoverwirklichung mit den Konsequenzen gefasster umgehen. Professionelle Risikoberater und Versicherungsmakler haben sich diese gemeinsame Risikoanalyse mit dem Kunden zur Aufgabe gemacht. Der gute alte Zyklus von Identifizieren, Bewerten, Handeln, Überprüfen und Verbessern ist nach wie vor der Schlüsselprozess für die Erstellung einer Risikomatrix. Das Sichtbarmachen von Bedrohungspotenzialen und deren möglichen Auswirkungen, das Unterscheiden von Frequenz und Intensität von Schadensszenarien, das Prüfen von Vermeidungs- und Reduzierungsstrategien sind Aufgaben dieser Berater. Eine professionelle Herangehensweise an den Themenkomplex der Unsicherheit führt zu einer Verbesserung der subjektiven Risikosituation und führt zu Sicherheit und Zuversicht als Basis für unser weiteres Handeln und nachhaltige Ergebnisse.

Unternehmer sind es gewohnt, mit Schwankungen zu leben. Wirtschaft ist zyklisch und bietet Chancen und Bedrohungen. Um planbare Ergebnisse realistisch zu machen, brauchen sie aber gewisse Sicherheiten, d.h. Eindämmung der Volatilität und Reduktion der finanziellen Bedrohung. Der Risikoexperte dient hier als „advocatus diaboli“ und bringt seine Erfahrung im Beratungsgespräch ein, um auch das Unerwartbare und Unabwägbare mit ins Kalkül zu ziehen und die besten Absicherungs-/Auslagerungsstrategien auszuarbeiten. Die Entscheidung darüber, wie viel Risiko selbst getragen oder ausgelagert wird, verbleibt dabei immer beim Kunden.
Dabei ist es wichtig zu beachten, dass auch dieser Risikocheck keine einmalige Sache ist, sondern als kontinuierlicher Prozess implementiert wird, da Änderungen im Umfeld immer auch eine Aktion im Sicherheitskonzept auslösen.

Eines ist jedenfalls klar, nämlich dass es keine sinnvolle Alternative ist, Risiken zu ignorieren oder sich überhaupt nicht mit Bedrohungslagen und deren Absicherung zu beschäftigen. Versäumnisse in diesem Bereich können sehr teuer kommen und sogar Existenzen vernichten.

Als Privatperson trachten wir in der Regel nach einem friedlichen und erfüllten Leben, als Unternehmer bemühen wir uns um nachhaltigen Erfolg und Anerkennung. Es ist unbestreitbar, dass all diese Ziele in einem sicheren und planbaren Umfeld leichter zu verwirklichen sind. Das professionelle Auseinandersetzen mit den Gefahren des privaten und wirtschaftlichen Lebens ist somit ein wertschöpfender Vorgang und die Basis für nachhaltigen Erfolg.

Elisabeth Bicik, VerCon Wirtschaftsberatung GmbH

Dezember, 2019